Umwelt und Politik

Richtlinien und Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflussen die Gestaltung des täglichen Lebens, auch im Handel! Die Anpassung des Verhaltens, politischer Dialoge und Gesetzgebung an das Leitbild der Nachhaltigkeit wird hier beleuchtet.

Händlerinnen und Händler können sich engagieren und einen Einfluss auf ihre Umgebung ausüben. Durch eine klare Kommunikationsstrategie sowie innovative und transparente Ansätze kann der Handel seine Umwelt positiv beeinflussen.

Sortiment
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Kommunikation und Engagement

 Energieeffizienz

Hier dreht sich alles um das Thema Energie, Energiesparen und Energienutzung. Wir setzen uns dafür ein, Unternehmen im Handelssektor umfassend über Energiethemen zu informieren und sie dabei zu unterstützen, nachhaltige Energielösungen umzusetzen. Entdecken Sie gemeinsam mit uns die vielfältigen Möglichkeiten, wie Sie Energie effizient nutzen können, um Ressourcen zu schonen, Kosten zu senken und einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten.

Energieeffizienz
Energieeffizienz

Rechtliches

Rechtliches
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Entdecken Sie die Unterstützung des Handelsverbands Hessen im rechtlichen Bereich der Nachhaltigkeit! Wir bieten Ihnen passende Beratung an, um Sie über alle relevanten rechtlichen Vorgaben im Nachhaltigkeitssektor aufzuklären. Zudem informieren wir über Fördermöglichkeiten für Ihre nachhaltigen Projekte. Werden Sie Mitglied und gestalten Sie aktiv die Zukunft des nachhaltigen Handels in Hessen! Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Auf einen Blick: Nachhaltigkeitsgesetze im Überblick

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das Gesetz verpflichtet Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern, ihrer Verantwortung in der Lieferkette in Bezug auf die Achtung international anerkannter Menschenrechte und bestimmter Umweltstandards nachzukommen.

Gemäß dem Lieferkettengesetz sind Unternehmen dazu verpflichtet, sich jährlich einem Bericht zu stellen. Alle betroffenen Unternehmen sind dazu verpflichtet, ihre Sorgfaltspflichten zu dokumentieren und ihre Risikoanalysen, Maßnahmen und deren Umsetzung in einem Bericht beim BAFA einzureichen. Der strukturierte Fragebogen, der online oder alternativ im PDF-Format verfügbar ist, muss spätestens vier Monate nach Geschäftsjahresende eingereicht werden. Die Einhaltung der Pflichten ist dabei entscheidend. Datenschutz wird bei der Berichterstellung gewahrt. Eine siebenjährige Aufbewahrungsfrist für die Dokumentation ist ebenfalls vorgesehen.

Unternehmen, die gegen das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verstoßen, können mit Sanktionen konfrontiert werden, darunter Bußgelder und öffentliche Bekanntmachungen von Verstößen.

Ab wann bin ich betroffen? Ab 2024 gilt das LkSG für Unternehmen mit mindestens 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Inland.
Was bedeutet Bemühenspflicht? Ein Unternehmen, auf das das LkSG anwendbar ist, soll sich nach besten Kräften bemühen, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren, zu verhindern und zu minimieren. Es wird nicht erwartet, dass eine Garantie gegeben wird, Jedoch, dass mögliche und zumutbare Anstrengungen unternommen werden.
Was passiert, wenn sich Unternehmen nicht an das Gesetz halten? Kommen Unternehmen ihren Pflichten zur Risikoanalyse, zur Einrichtung eines Beschwerdeverfahrens, zu Präventionsmaßnahmen und zu dem wirksamen Abstellen von bekannten Menschenrechtsverstößen nicht nach, drohen Bußgelder von bis zu 8 Millionen Euro oder bis zu 2 Prozent des Jahresumsatzes. Der umsatzbezogene Bußgeldrahmen gilt nur für Unternehmen mit mehr als 400 Millionen Euro Jahresumsatz.
Werden deutsche Unternehmen künftig für ihre Zulieferer haftbar gemacht? Nein, es gibt keine Haftung für das Verhalten Dritter in der Lieferkette.

Quelle: BAFA (https://www.bafa.de/DE/Lieferketten/FAQ/haeufig_gestellte_fragen_node.html)

EU Deforestation Regulation - Entwaldungsfreie Lieferkette

Um sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht zur Entwaldung beitragen, müssen Unternehmen Informationen sammeln, die zeigen, woher ihre Produkte stammen. Sie müssen auch das Risiko bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um dieses Risiko zu reduzieren.

Die Unternehmen müssen eine Erklärung abgeben, dass ihre Produkte den Vorschriften entsprechen, bevor sie sie verkaufen oder exportieren. Sie müssen auch ihre Maßnahmen und Verfahren jährlich überprüfen und öffentlich darüber berichten.

Wenn Unternehmen diese Regeln nicht befolgen können, dürfen sie die betroffenen Produkte nicht verkaufen. Es drohen Geldstrafen, Verbote für den Verkauf oder Export der Produkte und der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

Europäische Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive)

Die Richtlinie zielt darauf ab, Unternehmen zu verpflichten, ihre gesamte Lieferkette zu überwachen, sowohl vorwärts (upstream) als auch rückwärts (downstream). Das bedeutet, dass Unternehmen nicht nur ihre direkten Lieferanten, sondern auch deren Lieferanten und die gesamte Produktionskette berücksichtigen müssen. Die Richtlinie beinhaltet erweiterte Sorgfaltspflichten im Vergleich zu bisherigen Gesetzen und umfasst auch zivilrechtliche Haftung. Das bedeutet, dass Unternehmen für Schäden entlang ihrer Lieferkette zur Verantwortung gezogen werden können.

In Deutschland müsste das bestehende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz angepasst werden.

GPP (Green Public Procurement)

GPP bedeutet, dass öffentliche Behörden wie Regierungsagenturen oder Gemeinden Waren, Dienstleistungen oder Arbeiten mit geringerer Umweltbelastung kaufen als herkömmliche Einkäufe. Die Europäische Kommission (EK) erstellt Leitlinien für GPP und schlägt vor, welche Kriterien bei umweltfreundlichen Einkäufen zu berücksichtigen sind. Diese Leitlinien helfen Regierungen, informierte Entscheidungen darüber zu treffen, was sie kaufen sollen.

ESPR-Richtlinie (Ecodesign for Sustainable Products Regulation – Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte)

Die ESPR wird umfassende Anforderungen an Produkte stellen, um ihre Umweltfreundlichkeit zu verbessern, einschließlich Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und Reduzierung schädlicher Chemikalien. Ein zentraler Bestandteil ist der Digitale Produkt-Pass (DPP), der Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten bereitstellt.

Die Verordnung zielt darauf ab, die Vernichtung unverkaufter Produkte zu beenden und Unternehmen dazu zu verpflichten, ihre Entsorgungspraktiken offenzulegen. Die Durchsetzung erfolgt durch Marktüberwachungsbehörden und Zollbehörden.

ECGT (Directive on Empowering Consumers for the Green Transition) und CGT – Green Claims Directive and Textile Labelling

Die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den grünen Wandel (ECGT) zielt darauf ab, unlautere Geschäftspraktiken zu begrenzen und das Vertrauen der Verbraucher in Umweltkennzeichnungen wiederherzustellen. Unternehmen, die Umweltansprüche für ihre Produkte machen, müssen genaue und transparente Informationen liefern, die durch glaubwürdige Nachweise gestützt werden. Die Richtlinie verbietet "Greenwashing" und setzt klare Standards für Umweltkennzeichnungen. Verstöße gegen diese Vorschriften können zu Rufschäden, rechtlichen Konsequenzen, Marktzugangsbeschränkungen und Investorenskepsis führen.

PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)

Der vorläufige Deal zwischen dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament bezüglich der PPWR beinhaltet Anforderungen an die Recyclingfähigkeit, das Recycling und den recycelten Inhalt von Verpackungen, sowie Ziele für Wiederverwendung und Nachfüllung, Pfandsysteme und Beschränkungen bestimmter Verpackungsformate. Diese Anforderungen und Ziele sollen den Verbrauch von Verpackungsmaterialien verringern und die Recyclingquote erhöhen. 

Die PPWR wird voraussichtlich einen erheblichen Einfluss auf die Verpackungsindustrie und das Management von Verpackungsabfällen in der EU haben. Dies erfordert Änderungen in der Materialauswahl, Anpassungen von Produktionsprozessen und Investitionen in Recycling- und Abfallwirtschaftseinrichtungen.

EPR (Extended Producer Responsibility) System

Die Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie der EU verlangt von den Mitgliedstaaten, Systeme für die Rücknahme und/oder Sammlung und Wiederverwendung oder Verwertung (einschließlich Recycling) gebrauchter Verpackungen einzurichten, um die EU-Recyclingziele zu erreichen. Die Umsetzung dieser Richtlinie erfolgt oft durch erweiterte Herstellerverantwortlichkeits- (EPR) Systeme.

Neueste gesetzliche Entwicklungen haben wichtige Anforderungen eingeführt, um eine bessere Harmonisierung und Durchsetzung von EPR-Systemen in der gesamten EU sicherzustellen. Die Einführung von Mindestanforderungen zielt darauf ab, die Harmonisierung, Transparenz, Kosteneffizienz, Rechenschaftspflicht und Durchsetzung von EPR-Verpflichtungen auf nationaler Ebene zu verbessern. Unter den neuen Regeln ist die ökologische Modulierung von EPR-Gebühren verpflichtend, um das Recycling zu fördern.

Transparente Lieferketten

Was sind Lieferketten?

Das Thema globale Lieferketten ist ein zentraler Bestandteil des Leitbildes Nachhaltigkeit im Handel. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Lieferkette" und wie kann sie nachhaltiger und fairer gestaltet werden? 

Durch die Globalisierung des Welthandels wurden viele Produktionsschritte in entfernte Länder verlagert. Diese verschiedenen Schritte der Wertschöpfung hin zu einem Endprodukt werden unter dem Begriff Lieferkette verstanden.

Ziel ist es, dass Lieferketten transparenter werden, damit Arbeitsbedingungen sich global verbessern und öko-soziale Kriterien entlang aller Herstellungsschritte erfüllt werden.

Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt ist Deutschlands zentrale Umweltbehörde und bündelt Information zu den Themen Energie, Gesundheit, Verkehr und globale Nachhaltigkeit. 

Ein Großteil der Umweltbelastungen entsteht in der Lieferkette. Gerade der Textilbereich steht dafür stark in der Kritik, da die Stufen der Wertschöpfung häufig auf dem Globus verteilt sind und Produkte vielfach transportiert und bearbeitet werden ehe sie im Geschäft landen. 

CSR-Ausschuss des HDE

Auch unser Bundesverband setzt sich mit dem Thema Lieferkettentransparenz auseinander und hat den Ausschuss Lieferkettenmanagement ins Leben gerufen.

Abfallmanagement

Plastikvermeidung

Verringerung von unnötigen Plastikverpackungen sowie Stärkung von Mehrwegsystemen und Unverpackt-Bereichen. Das Befüllen eigener Behältnisse an der Frischetheke soll im hessischen Lebensmitteleinzelhandel flächendeckend möglich sein.
Ziel der Plattform Plastikvermeidung im Einzelhandel
Sofia Kitzmann
Projektreferentin handel.eco
Sophia Schmidt
Projektreferentin handel.eco
Projektträger
Projektträger: Handelsverband Hessen
Projektträger: Handelsverband Hessen
Förderer
Gefördert durch: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
Gefördert durch: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
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